2024 wird Bad Ischl zur Kulturhauptstadt Europas. – Die neue Galerie22 und das neue Atelier22 sind mit zwei Ausstellungen, Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Kursen dabei. Die erste Ausstellung ist dem Künstler Andrew Judd aus Toronto gewidmet, der zu seinem Café Hawelka Bild folgendes erzählt:

„Wenn dieses Portal sprechen könnte… Nur 650 Meter von der Pracht des weltberühmten Stephansdoms im Zentrum Wiens entfernt, hat dieses Café schon viele bekannte und unbekannte Menschen beherbergt. Dieses Café hat Maler, Dichter, Musiker, Schriftsteller, Philosophen und Psychiater (Sigmund Freud kommt mir in den Sinn) dazu verleitet, sich auszuruhen und neue Energie zu tanken. Ich war fast besessen davon, an diesem Ort zu malen, obwohl seine uralten Geister mir kritisch über die Schulter schauten. Ich konnte praktisch spüren, wie die Geschichte an den nikotinbefleckten Wänden haftete und tropfte.

Beim Aufbauen zum Malen verbinden sich die Gespräche von Einheimischen und Touristen zu einem energiegeladenen Summen, das irgendwie beruhigt und gleichzeitig hypnotisiert. Obwohl dieses Café eher Hochschulabsolventen anzieht, erscheint hin und wieder ein jüngeres Publikum für Selfies, und das Leuchten ihrer mehreren Telefone wird die Wärme für ein paar überraschende Momente unterbrechen. Sie verweilen in der Regel nicht lange, denn in der ganzen Stadt gibt es glänzendere Cafés, die darauf warten, entdeckt zu werden.

Dieses Café war für mich bildlich gesprochen ein „Schoß“, der neben dem „Bauch“ Wiens lag und ich habe viele schöne Gedanken und Erinnerungen daran… sich Zeit nehmen… sich Zeit nehmen… beobachten… aufnehmen… konzentrieren… präsent sein… und malen, das Café Hawelka in Wien.“

Im letzen Jahr konnten wir fünf seiner Bilder erwerben, Andrew Judd malt neben „Geschichten“ in Cafés oder Interieurs auch Landschaften und Menschen. Seine surrealistischen, philosophischen Bilder ohne moralisieren zu wollen, treffen immer den Nerv der Zeit, vor allem heute.